Digital Innovation Playbook

AutorDark Horse Innovation
TitelDigital Innovation Playbook
Erschienen2016
ISBN 9783867745567
Verlag Murmann Publishers

Auf den ersten Blick ist das Buch von Dark Horse Innovation ein echtes „Werk“. Das mächtige Format mit einem Zentimeter Überbreite zu A4, dem handschmeichelnden Leinen-Einband und nachgewogenen 1,287 Kilogramm – meine Frau nannte es Brennwert, aber das tut dem Buch unrecht – stellt man sich instinktiv auf ein langes Wochenende mit viel Innovationsarbeit ein. Und das ist auch genau richtig so. Das Buch will den Innovationsprozess einmal komplett erklären. Dafür sind 300 Seiten mit vielen ganzseitigen Abbildungen gar nicht mal viel. Im Gegenteil: Bei den einzelnen Prozessschritten kommen sogar Details zu kurz, so dass ich finde, dass das Buch perfekt durch ein praktisches Toolbook wie die Denkwerkzeuge von Florian Rustler ergänzt wird.

Aber zurück zum Playbook, denn das funktioniert durchaus autark, wenn man über etwas Erfahrungen mit Metaplan und Co. verfügt. Dem Buch liegt eine dreiteilige Struktur zugrunde: Explore, Create, Evaluate. Und nicht umsonst erinnert das sofort an Scrum. Dark Horse Innovation positionieren das Playbook explizit für Gründer und Macher.

Das mag auf dem Cover sexy klingen, greift aber zu kurz. Jeder kann von diesem Buch einen strukturierten Kreativitätsprozess lernen. Da Explore und Evaluate gleichrangig gesehen werden, bleibt der Kopf „oben“ und der Kontext sowie Herausforderungen bei der Umsetzung sind präsent und werden nicht dem kreativen „Wildwuchs“ geopfert.

Die große Stärke des Buches ist sein universeller Ansatz, der von zahlreichen Begleitmaterialien abgerundet wird. Ganz vorne ist das Innovation Board zu nennen. Das ist ein Universaltool – dass es übrigens auf der Website auch als PDF zum Download gibt – das jeden Kreativprozess begleiten kann. Wenn einzelne Felder nicht zum Teil des Workshops werden, dann füllt man sie eben mit Standardinhalten aus oder lässt sie bewusst leer. Bemerkenswert sind vor allem auch die Schnittstellen zwischen den Prozessteilen. Da oft unterschiedliche Stakeholder beteiligt sind, muss hier eine „saubere“ Übergabe erfolgen.

Kritik kann man äußern am „Playbook“-Ansatz, der aus dem American Football entlehnt ist und damit nicht unbedingt in unserem Kulturraster verankert ist. Das ist aber nur ein metaphorisches Hilfsmittel. Ich habe selbst vor zehn Jahren „Flash-Kochbücher“ geschrieben. Auch nicht gerade das passendste aller Bilder.

Unterm Strich ist das Innovation Playbook eine klare Kaufempfehlung für den Aufbau und die Durchführung, gut strukturierter Innovationsprozesse. Wem es gelingt, das systematisch dauerhaft im Unternehmen zu verankern, der kann der fortschreitenden Digitalisierung entspannt entgegen sehen. Wobei: Ein paar kreative Köpfe braucht es trotzdem.

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